Donnerstag, 9. August 2007

Katerchen "Socke" wird an Oma's Geburtstag zum Gärtner.


Diese Woche war ich auf der Geburtstagsfeier von Katerchen Socke's Oma eingeladen. Ich freute mich schon sehr, weil es da immer ganz leckeren Kuchen gibt. Aber dann hatte ich kaum Zeit ihn zu essen, weil ich da Beobachtungen anstellte und fotografierte, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten will.

Als ich Socke nicht unter den Geburtstags-Gästen entdecken konnte, ging ich auf die Suche. Ich wollte doch wissen, wie es dem kleinen Kerl so erging. Er war im Wohnzimmer schwer beschäftigt. Da lagen Scheren und andere Utensilien und Socke maulte gerade ganz unwirsch: "Mit dem Geschenk-Band stimmt auch etwas nicht! Und außerdem haaaaabe ich ja gar kein Geschenk." Socke schluchzte einmal auf, er liebt seine Oma nämlich über alles. Seine Kuß-Orgien mit denen er sie begrüßte, wenn die Dosis morgens in die Arbeit fuhren, waren inzwischen stadtbekannt.

Wild entschlossen stapfte er auf die Terrasse und hüpfte auf den Tisch. Nein, das "fleißige Lieschen" war es auch nicht, es war wirklich nicht leicht ein würdiges Geburtstags-Geschenk aufzutreiben. Socke lief zurück ins Wohnzimmer. Er wollte nachdenken, gründlich nachdenken.

Socke hat noch keine besonders große Erfahrung im Meditieren. Ehrlich gesagt ist er voll damit beschäftigt, nicht von der Sofakante zu fallen. Den Lotos-Sitz probiert er gar nicht mehr aus, es ist ihm einfach zu blöd, er geht jetzt direkt auf die Terrasse zu Oma's Feier.

Oma's Geburtstag ist der gemütlichste, den Socke je mitgefeiert hat. Vielleicht liegt das einfach daran, daß es sein erster ist. Ein Geschenk, die großen Sonnenblumen, haben es ihm besonders angetan. Und da kommt ihm plötzlich die zündende Idee. Du meine Güte, da war doch die Baustelle von dem Steingarten, Oma schaute schon immer ganz sehnsüchtig auf den Kieshaufen und fragte sich, wann da etwas vorangehen würde. "Jetzt"!!! Socke hatte sein Geburtstags-Geschenk endlich gefunden.

Als erstes schickt das Katerchen Dosi's Papa in den Steinbruch. Er und Dosi bringen das Gewünschte mit dem großen Auto. Die Steine kann Socke nicht schleppen, er pfeift sein Personal herbei. Brav verteilen die nun die großen und kleineren Kieselsteine auf dem Steingarten.



Jetzt die Pflanzen, denkt Socke, wie gut daß Oma schon einige schöne Dachwurzen von ihren Besuchern geschenkt bekommen hat. Die kommen ja wie gerufen für den Steingarten. Socke wird richtig kreativ, er verteilt die Wurzen geschickt. Silbrig überhauchte kommen zu dunklen Steinen, rötliche finden ihren Platz bei hellgrauen Felsen und der graublaue darf es sich in Sichtweite des kleinen Alpsees bequem machen. Dosi macht Löcher und gibt noch eine Portion guter Gartenerde als Starthilfe mit. Das gefällt Socke: " Wasser" denkt er, "ich brauche Wasser".

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei! Verflixt, wie weit geht denn diese grüne Schlange noch? Socke hat ein riesengroßes Fragezeichen auf der Stirn. Die Wurzen brauchen Wasser und die Steine sehen ja nass auch viel schöner aus.

Na, da ist ja das Schlauch-Ende, jetzt werden die Steine und die Dachwurzen erst einmal kräftig gegossen. Dabei kann man noch einmal kontrollieren, ob die Steine richtig eingegraben sind, damit es natürlich aussieht und natürlich sollen sie der Oma ihre Schokoladenseite zeigen. Irgendwie klappt die Gießerei nicht so ganz, als das Werk endlich vollbracht ist, haben Dosi und ihre Helfer nasse Hosen und Socken und beschlagene Brillen auf der Nase.

Socke hat ganz andere Probleme. Eines steht unumstößlich fest, da fehlen noch jede Menge Pflanzen. Er denkt dabei an blühende alpine Stauden, an Berglatschen, Alpenröschen, Gebirgszwiebelblüher und eventuell eine Zwergbirke und Wollgras an das Ufer des Alpsees. See? Ok, der Begriff ist jetzt etwas überzogen, aber Socke ist sooooo stolz und glücklich, da darf es schon etwas übertrieben sein.

Puh, Gärtner sein ist unheimlich anstrengend. Socke ist platt. Ein letzter Rundblick, nein wirklich, ohne anzugeben, das ist schon ein würdiges Geburtstagsgeschenk geworden. Ok, das Geld für das Geschenkband hätte er sich sparen können. Einen ganzen Steingarten kann er schließlich nicht einpacken. Aber er hat inzwischen schon zwei weitere Aufträge erteilt. Dosi muß am Samstag zu einem großen Garten-Center und dort nach schönen Stauden sehen und ich habe das Vergnügen dem ehrenvollen Job als Internet-Besteller für die absoluten Spezialisten im Alpinbereich nachgehen zu dürfen. Mach ich doch gerne für Socke, den"Karl Foerster" des 21. Jahrhunderts!

Kommentare:

Susanna hat gesagt…

Da hat Socke, mit Helfern natürlich, ganze arbeit geleistet. Wen jetzt noch die von die erwähnten Pflänzchen Einzug halten bin ich auf Bilder im nächsten Jahr gespannt.

Miyelo hat gesagt…

Wieder mal ganz köstlich geschrieben und fotografiert. Es hat richtig Spass gemacht.
Liebe Grüße
Elke

SchneiderHein hat gesagt…

Na, der kleine Kater weiß aber schon ganz genau, was er will...

Naturwanderer hat gesagt…

Hallo,

Du solltest ein Katerbuch schreiben,
das würde reissenden Absatz finden.
Deine Geschichte ist soo.. spannend.
Freu mich schon auf die nächste:-))
Du hattest mich gefragt, was eine
" Obelisk - Stellung " bei Libellen ist, damit beugen die Libellen einer allzu mächtigen Sonneneinstrahlung auf ihren Hinterleib vor. Der muß wohl sehr empfindlich sein.
Lieber Gruß
von Edith

Margit hat gesagt…

Ich liebe deine Socke-Geschichten einfach - danke!
Liebe Grüße, Margit

Birgit hat gesagt…

Du schreibst soooo schön über Socke`s Erlebnisse. Bin ganz hin und weg.
Ganz liebe Grüße, Birgit

Margrit hat gesagt…

Dein Katerchen ist aber auch ´ne Socke. :))