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Sonntag, 23. September 2007

Cimicifuga - die Silberkerze

Endlich ist sie aufgeblüht! Ich wußte es schon, als ich noch gut einen Meter weg war, der Duft ist einfach umwerfend. Ich nenne die Silberkerze immer meine September-Duftrose.

Dabei ist mir völlig unverständlich, wie man diese rosa angehauchten weißen Sternchen "Cimicifuga" nennen kann. Das bedeutet nämlich aus dem lateinischen kommend: "cimex" die Bettwanze und "fugare" flüchten. Deshalb nennen sie auch viele Wanzenkraut.

Ich habe mir die rotlaubige Cimicifuga simplex zugelegt, weil mich das Laub an Astilben erinnert, die ich auch sehr schätze. Stiel und Knospen haben einen einheitlichen Ton mit den Blättern.

Die Silberkerze kann ich nur jedermann empfehlen, wer eine hohe, spätblühende, robuste Staude sucht, die nicht nur mit den entzückenden weißen Blütchen, den roten Knospenkügelchen, sondern auch mit einem betörenden Duft aufwartet, der kann sich hier gar nicht vergreifen. Wer "Actaea" einpackt, macht auch nichts falsch, das ist ein Synonym, mit dem noch viele Händler die Cimicifuga verkaufen.

Silberkerzen stehen gerne halbschattig, da die 17 Rhizomarten dieser Gattung aus der nördlichen Hemisphäre kommen. Auch wenn sie manchmal als Actaea gehandelt wird, die engstens verwandt ist, bekommen die Silberkerzen Balgfrüchte und keine Beeren. Kulturwürdig sind sie fast alle.

Beim Verpflanzen muß man lediglich darauf achten, daß die Wurzeln nicht beschädigt werden, dann hat man viel Freude an Cimicifuga. Sie wird zuverlässig und winterhart im späten Frühjahr austreiben.

Wer gerne an Blüten schnuppert, sollte aufpassen, welche Art er sich aussucht, denn Cimicifuga racemosa z.B. hat einen sehr unangenehmen Geruch, wirklich zum Bettwanzen-Austreiben!

Und nun hoffe ich, Ihr habt schon so eine Wunderkerze in Eurem Garten, es muß ja nicht unbedingt die rotlaubige Variante sein, Hauptsache die Duftnote stimmt.

Freitag, 17. August 2007

Das Schattenbeet im August

Knollenbegonie im tiefsten Schatten

Hosta-Blüte

Hosta Blattschönheiten


Hydrangea macrophylla

Hedera helix



Im Schattenbeet dominieren jetzt endgültig die Funkien (Hostas) und die Hortensien. Sie setzen dezent Akzente mit ihren verschiedenen Grüntönen, unterschiedlichen Formen und pastellfarbenen Blüten. Vornehm leuchten die weißen Knollenbegonien aus dem tiefsten Schatten. Der Efeu gibt den würdigen Rahmen.

Leider schaffe ich es nicht jedes Jahr, das Peripheriebeet schneckenfrei zu halten. Dabei steht und fällt die Schönheit des Beetes mit der Unversehrtheit der Blattschmuckstauden. Zerfressene Funkienhorste sind halt leider keine große Zierde.

Aber es gibt ja jedes Jahr eine neue Chance, wenn sich relativ spät die Spitzen der Hosta-Blätter aus der Erde schieben. Ich nütze diese Verspätung übrigens aus, indem ich rund um die Hosta frühblühende Zwiebelpflanzen setzte.

Donnerstag, 26. Juli 2007

Lichtakzente im Schatten

Keramik-Torso
Birkenholz-Stuhl
Saisonbepflanzung mit Euphorbia und Knollenbegonien



Zaun, Abgrenzung, Sichtschutz, das bedeutet logischerweise viel Grün, hohe Sträucher oder Bäume und somit jede Menge Schatten. Es ist natürlich einfach, so ein Problem mit einer Hecke zu händeln. Vor der gleichmäßigen grünen Wand läßt es sich verhältnismäßig einfach mit Pflanzen und Dekoration gestalten.

Da auf der anderen Seite des Zaunes eine kleine lockere Vogelhecke gepflanzt war, wollte ich auf meiner Seite nicht mit so einer starren Abgrenzung arbeiten. So legte ich ein Beet an, gemischt mit Bäumen, Sträuchern, Stauden und Zwiebelgewächsen. Ein bißchen Unruhe ist da hinten immer, jeder versucht sich seinen Platz zu erkämpfen und um das wenige Licht gibt es ein ziemliches Gerangel.

Ich habe viele helle Stauden im vorderen Bereich gepflanzt, damit eine optische Aufhellung stattfindet. Und das ganze Jahr thront der Keramik-Torso als Mittelpunkt im Peripherie-Beet. Mit ihm erinnert mich meine beste Freundin, die ihn mir gewerkt hat, an meinen letzten runden Geburtstag, an dem sie mir das feine Teil geschenkt hat. Danke Eva!

Neben der Hütte stehen zwei Keramikkübel, in denen sich weiße Euphorbia und weiße Knollenbegonien bis zum ersten Frost wohlfühlen. Ebenfalls weiß ist die Bepflanzung im Birkenstuhl, der das Schattenbeet optisch gegen den Bachhügel abgrenzt. Schleifenblumen blühen im vorderen Teil, hinten folgen im Sommer wieder weiße Begonien, die im tiefsten Schatten einfach unschlagbar sind.

Samstag, 7. Juli 2007

Der Gartenspaziergang geht weiter

Schattenbeete sind oft eine gestalterische Herausforderung. Mein zusätzliches Problem, hinter dem Maschendrahtzaun des Nachbarn befindet sich eine lockere Vogelhecke mit Schneebeeren und anderen Kleinsträuchern. Das schuf mir das zusätzliche Problem, daß ich nicht mit strenggeschnittenen Immergrünen eine Gliederung in das Beet bringen konnte, es wäre aus dem Gesamteindruck herausgefallen. Also wählte ich den Kompromiß - Eiben, Bux und Efeu als Immergrüne Strukturgeber, aber kein starker Schnitt. Licht brachten helle Hosta-Blätter, die großen Hortensien-Blütenköpfe und viele andere helle Blüten, wie weißer Türkenbund, hellrosa Glockenblume, hellrosa Tulpen, Akeleien, Jakobsleitern und Helleborus-Sorten. Eye-Catcher ist mein Ton-Torso, Geschenk meiner besten Freundin, der sich inzwischen verschämt ein kleines Efeu-Röckchen angezogen hat.
Rechts wird der helle Birkenstamm noch mit einem Birkenstuhl betont, der nicht entrindet wurde und auch mit Schleifenblumen im Frühjahr und hellster Saisonbepflanzung im Sommer und Herbst Licht und Farbe in das Schattenbeet bringt. Ich weiß nicht, ob es meinen Besuchern gefällt, aber Eichhörnchen und Vögel tummeln sich gerne in diesem Peripherie-Beet.

Das zweite Problem in meiner Gartenneuanlage stellte die Bachmündung in den Teich dar. Ich wollte eigentlich eine kleine schlichte Holzbrücke. Aber dann lief ja der Bach noch kurz vor dem Teich in das Rondell und unmittelbar davor eine Holzbrücke? Nein, wollte ich nicht. Aber was dann? Die Lösung ergab sich als der Weg sich von beiden Seiten dem Bach näherte. Auf meine Frage, ob man nicht einfach eine der Wegplatten nehmen könne, wurde dies zwar verneint, das Material ist nicht in der Luft verlegbar, aber die Idee war da und auch zwei passende Platten gefunden, die sich einander zuneigen, aber noch ein bißchen Blick in das fließende Wasser gestatten. Ja, so gefiel es mir. Es störte die filigrane Wirkung des Einsenrondells nicht und ich war zufrieden. Blutweiderich und Heuchera flankieren den Übergang. Auf der anderen Seite schmiegt sich ein grüner Fächerahorn an den Bachhügel. So, nun kennt Ihr immerhin schon die Hälfte meines kleinen Reiches. Wir werden den Spaziergang bald fortsetzen.