Auf meiner allerersten Gartenreise, die mich gleich in das Land des Garten-Propheten nach England führte, fiel mir immer wieder in verschiedensten Kombinationen eine straff aufrechtwachsende Staude auf. Die gelben Blüten, die in Quirlen um die Stengel angeordnet sind, stachen mir sofort ins Auge. Es ist ein angenehmer Farbton, mit einem Schuß Vanille drin. Und der aufrechte Charakter, das schöne silberüberhauchte, lanzettförmige Laub und die Samenstände, die die Pflanze noch lange nach dem Abblühen schmücken, all das ließ mich sofort verstehen, warum sie mir in so vielen englischen Gärten in Rabatten und Mixed-Borders begegnete.Lange mußte ich nach dem Brandkraut suchen, in unserer Gegend wird es nicht so häufig kultiviert. Die Freude war groß, als es endlich in meinen Garten einzog, am liebsten hätte ich es mit Blasmusik begrüßt. Mein roter Fächerahorn suchte schon ewig eine Nachbarschaft, die mit seinem je nach Lichteinfall getragenen Purpur oder feurigen Rot korrespondieren konnte. Auf der anderen Wegseite ist jedoch die Phloxecke, die sich für ein knallgelbes Gegenüber schön bedankt hätte.
Nun sind wir alle zufrieden. Dem Ahorn sagt sein neuer Freund sehr zu, sie schmiegen sich manchmal richtig nett ineinander. Die Phloxe fühlen sich in ihrem Blütenpotpourri nicht gestört und ich freue mich vom Austrieb über die Blüte bis zum Samenstand bis weit in den Winter hinein an diesem attraktiven Schmetterlingsblütler.



