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Donnerstag, 6. September 2007

Regentage

Regentage kann man so oder so betrachten. Der Bauer im Märchen fand sie wichtig und als Petrus ihm freistellte, sich das Wetter für seinen Acker selbst zu machen, weil der Bauer der Meinung war, Petrus beherrsche dieses Geschäft nicht richtig, da wechselte er fein säuberlich die Sonnen- und die Regentage ab.

Das Getreide wuchs, höher als je zuvor und die Erntezeit nahte früher als je erhofft. Petrus kam auch vorbei, um sich das Ergebnis des Wettermachens anzusehen.

Der Bauer schnitt das Korn und brachte es zur Mühle, doch es gab kein Mehl. Da schmunzelte Petrus und meinte: " Siehst Du, mit meinem Wetter warst Du nicht zufrieden und hast doch jedes Jahr geerntet und bist satt geworden von Deinem Brot, das aus Deinem Mehl von Deinem Korn war."

Der Bauer erwiderte aufgebracht, daß er doch alles richtig gemacht hätte. "Kein Gewitter, kein Hagel, kein Sturm, nur Sonne und Regen, in richtigem Maß!" Da sagte Petrus: "Und was ist mit dem Wind? Du hast den Wind vergessen, der Deine Ähren fruchtbar gemacht hätte, so sind es nur taube Hülsen, von denen wirst Du nicht satt."

Petrus verließ den verdutzten Bauern und kümmerte sich wieder nach seinem Gutdünken selbst um das Wetter. Und der Bauer stand nie mehr auf seinem Feld und schimpfte nach oben. Er hatte seine Lehren gezogen.

Ich könnte jetzt diese Parabel umdeuten auf unsere Klima-Veränderungen, die Verschiebung der Jahreszeiten, das Kyoto-Protokoll, die Macht des Geldes, die Ohnmacht der Betroffenen und vieles mehr. Ich sage dazu nur: Schade, daß immer weniger Eltern ihren Kindern dieses Märchen vorlesen. So gibt es offenbar immer mehr "Bauern", die das Wetter selbst fabrizieren.

Ich nehme das Wetter, wie es kommt und denke: auch wenn wir im Regen etwas zerzaust aussehen. Unsere Gartenblumen schmücken sich mit den Tropfen, als würden sie sich Diamanten umhängen. Das finde ich sehr reizvoll.

Darum gibt es heute nicht nur Regen, es gibt auch Regenbilder aus meinem Garten.

Vielleicht könnt Ihr ihnen genauso etwas positives abgewinnen, wie ich.

Lassen wir die Sonne halt inwendig scheinen und freuen uns, wenn der Grundwasserspiegel steigt, wir nicht gießen müssen, sondern am nächsten Tag vielleicht schon mit den Umpflanz-Aktionen beginnen können, die wir wegen dem zu trockenen Boden verschieben mußten.

Ich wünsche Euch einen schönen Tag!!!

Freitag, 13. Juli 2007

Nur soviel zum Wetter!


Gibt es überhaupt das richtige Gartenwetter? Entweder es regnet, da wünscht man sich eigentlich nur einen Mangrovenwald. Oder der Wetterbericht träumt von kommenden 35 Grad, das heißt gießen, gießen, gießen. Von dem Sturm, der vor Jahren meinen Hausbaum, eine riesige Weide quer durch den Garten gelegt hat, oder vereinzelten Hagelschauern, die das Blumenbeet in Minuten köpfen, so daß plötzlich nur noch grüne Bodendecker darin zu sein scheinen, will ich gar nicht reden. Ich habe mir da so meine eigene Philosophie zurechtgelegt. Kann ich das Wetter ändern -nein, kann ich mich ändern - ja. Also deponiere ich die Sonne einfach inwendig, ich abonniere sie sozusagen, als seelische Dauereinrichtung. Im Haus heißt das viele Lichtquellen, sobald dunkle Wolken aufziehen, dürfen Energiesparlampen und Kerzen die nötige Helligkeit in die 4 Wände bringen. Im Garten wird es etwas schwieriger, aber auch da gibt es ein paar Tricks, um optisch aufzuhellen. Im Winterhalbjahr spielen die Immergrünen Strukturgeber eine große Rolle, wenn eine Bux-Kugel sich ein Schneehäufchen aufsetzt, ist das doch auch ganz schön. Und ich bin ein leidenschaftlicher Frühjahrs-Beetaufräumer. Nur Pflanzen, die unschön beim ersten Frost zusammenfallen, werden abgeschnitten. Alles andere kann sich in den ersten Kahlfrösten zu wunderbaren, oft auch bizarren Bildern entwickeln, und fällt es in sich zusammen, haben Insekten ein Winterquartier und empfindliche Wurzeln eine natürliche Abdeckung. Im Sommerhalbjahr kann der größte Frust bei Dauerregen durch vorausschauendes Hochbinden der Pflanzen abgemindert werden. Regentropfen auf Alchemilla-Blättern oder in Rosenblüten, ist das nicht etwas wunderschönes? Und es gibt so viele Plätze und Ecken, die man mit hellen Blütenfarben zum Leuchten bringen kann. Ich lasse mir auch gerne von Dekoration helfen, ein paar Lichtblicke in den Dauerregen zu bringen. Oben zeigen zwei weitere Fotos, wie mein Gartenschmuck im Sommer aussieht. Stehe ich dann am Fenster und schaue auf den geschmückten Tisch im Rosenrondell, dann sehe ich eigentlich gar nicht mehr, daß die Blüten der Rosa"New Dawn" traurig nach unten hängen. Allerdings bezweifle ich, ob die Tonkatze am Türeingang auf unseren Kater die gleiche Wirkung hat, wie auf mich. Er hat sich vor einigen Tagen für einen Zwischen-Winterschlaf in meinem Bett entschieden. Ich jedenfalls, sehe bei jedem Wetter nur das was ich will, Wärme und Licht, und ich muß dabei nicht einmal gießen!!! Und es würde mir niiiiiemals einfallen, mit Ostfriesen-Nerz Unkraut zu jäten.