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Sonntag, 6. Januar 2008

Katerchen "Socke" wird Kunstmaler

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Katerchen Socke hat eine aufregende Zeit erlebt. Der erste Winter, der erste Schnee, das erste Weihnachtsfest, der erste Christbaum, die ersten Gaben vom Christkind, die erste Sylvesterkracherei, es versteht sicher jeder, daß Socke das alles mächtig beeindruckt hat.

Nun bleibt die Frage, was hat ihm denn am meisten imponiert? Obwohl der Christbaum in den Sockefarben geschmückt wurde, der Schnee nicht nur weiß, sondern auch rutschig und kalt war und die Sylvesterböller doch äußerst gewöhnungsbedürftig waren war das Interessanteste die Erfahrung, daß man an Weihnachten Geschenke bekommen und Geschenke machen kann.

"Das ist so was von cool" sagt Socke zu Dosi und will auch ein Geschenk machen. Dazu hat er sich das Wurzerl ausgesucht, weil sie doch ein bißchen geholfen hat, daß Sockes Gartenreich schon viel spannender geworden ist. Socke geht zum Telefon und ruft Mauzi an, der sollte doch wissen, was seine Dosi gerne mag?!

Mauzi ist natürlich mitten im Winterschlaf! Auch für ihn waren die Feiertage anstrengend, obwohl er Schnee und Böller schon kannte. Aber wenn man alleine die Leckereien rechnet, die man praktisch in Rekordzeit vertilgen mußte; nun ja Katze weiß Bescheid!!!

Mauzi fällt auch gar kein Geschenk ein, deshalb vertröstet er Katerchen Socke, daß er sobald als möglich ein Fax schicken würde, mit hervorragenden Geschenk-Ideen. Neben Mauzi liegt eine hübsche Katzenkarte, da fällt ihm ein, das wäre ja schon fast ein Geschenk für Dosi, er wandelt es elegant um, in ein Foto das Mauzi zeigt!


Socke sitzt ungeduldig vor dem Fax-Gerät. Endlich fängt es zu rattern an und nach und nach kommen die Geschenkvorschläge von Mauzi ausgedruckt auf weißem Papier zum Vorschein.

"Vorteilhaftes Foto von Mauzi, Fischdosen von Miau, Hühnerbrüstchen ohne Gewürze, 3 neue Spielmäuse....." Sockes Stimme wird beim lauten Vorlesen immer empörter. Das Wurzerl ist doch keine Katze, die weiß doch so wunderbare Geschenke gar nicht zu schätzen. Ob der Mauzi da so einiges für sich abzweigen will, also so leise Zweifel schleichen sich da unwillkürlich bei Socke ein. Auf jeden Fall muß er jetzt erst einmal selber grübeln.

Weil er ja inzwischen ein ganz brauchbarer Plüschologe geworden ist, legt er sich zum Nachdenken gleich mal auf das Geschenkpapier, in das er sein Geschenk an Wurzerl einwickeln will.

Nachdenken macht sehr müde und während er Dosi noch zuruft, daß Schenken gar kein Zuckerschlecken ist, schläft er auch schon ein.

Als er aufwacht, fällt sein Blick auf das Tigerbild an der Wohnzimmer-Wand, das Dosi gemalt hat. "Ach" denkt er da plötzlich "was Dosi kann, kann ich auch, ich male für Wurzerl auch ein Bild, aber nicht den Mauzi, sondern gleich eine ganze Katzenfamilie".

Katerchen Socke fällt der Besuch bei Opa "StreichdieWand" wieder ein und schon macht er sich auf den Weg. Diesmal allerdings heimlich und zu Fuß, denn bei Opa weiß er genau , wo er Farben und Pinsel in großen Mengen vorfinden wird.

Kaum angekommen turnt Socke schon in das Regal und beginnt erst einmal mit einer Bestandsaufnahme der vorhandenen Malutensilien.

Malen ist ja für Socke wieder Neuland. Einen Moment lang tut er sich richtig leid, daß er sich so etwas schwieriges ausgesucht hat. Aber er weiß, je mehr er sich bemüht, ein umso größerer Knaller wird sein Geschenk und selbstgemacht ist bei Wurzerl sowieso sehr begehrt.

"Ok, ich verschaffe mir erst einmal einen Überblick und dann überlege ich, wie ich eigentlich malen will und welche Farben ich brauche und worauf ich male?!"

Socke wird ganz schwindelig mit den vielen Töpfen, Eimern und Büchsen, das wird langsam kompliziert. Aber mit Hilfe der Farbkarte schafft er es, erst einmal die Töne für die Katzenfamilie festzulegen.

Ja, da sind die Pinsel, der angehende Kunstmaler kann sich schon denken, daß er die feinen Schnurrhaare und den buschigen Schwanz einer Katze nicht mit ein und demselben Pinsel malen kann.

Jeder einzelne wird nun auf seine Brauchbarkeit und Sauberkeit hin ganz genau geprüft.

Uuups, da war Socke zu hektisch, mit Gepolter fliegt ein Teil der Pinsel aus dem Regal. "Hoffentlich hat mich Opa nicht gehört?!" denkt das Katerchen. "Krass, das ist ja wie Mikado!"

Es ist alles da, was ein Malerherz begehrt, nur eine Staffelei und einen Bilderrahmen sucht Socke vergeblich. Dabei hat er nur eine Nacht Zeit. Morgen ist schon der Heilig Drei König's Tag. Da werden in Spanien und anderen südlichen Ländern ja erst die Weihnachtsgeschenke verteilt und da Socke ja auch im Süden lebt, zumindest im Süden von Deutschland, denkt er sich, daß das genau der richtige Tag für sein Geschenk sein wird.

Schließlich fällt ihm ein, daß es gar keine Bilderleinwand geben kann, weil Opa und Dosi ja Meister im Streichen von Wänden sind. Da ist guter Rat teuer. Bis Socke plötzlich "die Idee" kommt, na klar, er malt sein Geschenk halt auch an die Hauswand, am besten gleich neben der Tür, damit das Wurzerl es gut sehen kann. Außerdem kann er sich dann gleich das Geschenkpapier sparen.

Als letztes findet Socke endlich den Rosé-Ton für die Kätzchen-Schnäuzchen. Und da ist es auch schon passiert, im Übereifer taucht Socke seinen Schwanz ganz tief in die Farbe. Deshalb müßte hier jetzt eigentlich das Foto von Sockes rosa Schwanzspitze kommen. Aber der Fotograf ist kein Paparazzo, deshalb hat er dem beschämten Söckchen hoch und heilig versprochen, daß sein verfärbter Ausrutscher unter das Persönlichkeitsrecht fällt und nicht an dieser Stelle veröffentlicht wird. Nichtsdestotrotz, Indianer-Ehrenwort, es war der rosafarbendste Schwanz in der langen Katzengeschichte, seit der ägyptischen Falbkatze.

Socke hat den Ausrutscher auch gleich wieder gutgemacht. Er entdeckt Opas Eisenbahn und hat da alles an Farben und Pinsel verstaut, sich vorne auf die Lokomotive gesetzt und ist in Wurzerls Straße gefahren. Nach der Fertigstellung seines ersten Kunstwerkes hat er wieder alle Utensilien und natürlich auch den Zug gewissenhaft zu Opa zurückgebracht und ist zuhause in der Morgendämmerung müde auf Dosis Bauch ins Bett gefallen.

Na, wie ist die Katzenfamilie gelungen! Das Wurzerl jedenfalls,war ganz aus dem Häuschen, als sie ihr Geschenk entdeckte. Mauzi dagegen schaute etwas melancholisch, schließlich standen auf seiner Wunschliste ja ganz andere Sachen - Fischhappen, Hüühnchen und so weiter. Nichts davon war eingetroffen, daß sich seine Dosi trotzdem so tierisch freute? "Wer versteht schon seine Dosi, Hauptsache, sie verstehen uns" war Mauzis Resümee und damit war für ihn Weihnachten erledigt. Das heißt, nicht ganz, denn eine Stunde später ist Dosi mit geweihter Kreide und heiligem Rauch (Mauzi fand ihn nicht heilig, ihm stank das ganze) durch alle Räume gegangen, um den Segen für das Haus und alle Zwei- und Vierbeiner zu erbitten.