Sonntag, 9. September 2007

Mein Rosenjahr Teil I

Zu früh für ein Resümee? Nein, ich glaube nicht wirklich. Das Rosenjahr kleckert aus. Zumindest ich begrüße inzwischen jede neue Knospe mit Jubelgeschrei. Ich werde Euch alle meine Rosenschätze zeigen, geordnet nach dem Standort. Heute sind die Beete: Quitten-Ecke, Irisbeet und Ahornecke an der Reihe.

Morgen gibt es das große Teichbeet, das Paradiestor und das Rosenrondell zu sehen. Ich will kurz beschreiben, wie zufrieden ich mit meinem "Rosenjahr" war:

Die Bonica 82 wächst bei mir in der Quittenecke im Schatten der Baumpäonie. Was soll ich zu ihr sagen? Sie ist ein Multitalent, ich nenne sie immer meine Riesen-Fairy. Ein rosa Blütenmeer darf ich mehrmals jährlich genießen.

Hier sieht man die "spärliche" Nachblüte. Sie fällt jedes Jahr so üppig aus und ich freue mich sehr an den schönen Blüten mit dem angenehmen Duft. Das Laub ist sehr gesund und hat noch nie Probleme gemacht. Eine Besonderheit in diesem Jahr ist, daß sie an Höhe und Umfang beträchtlich zugelegt hat.

Ich bin schon auf das nächste Jahr gespannt, und hoffe sehr, daß kein zu arger Winter kommt, damit sie nicht so sehr zurückfriert.

Direkt am Weg im Quitteneck steht hinter Kriechglockenblumen und rosa Geranium die Malerrose "Claude Monet". Ich liebe die Delbard-Rosen, habe aber festgestellt, daß sie unsere Winter nicht vertragen. Darum habe ich schon mehrere verloren. Dafür hält sich die Claude Monet sehr tapfer und duftet wunderbar, passend zum romantischen Out-Fit.

Sie hat inzwischen 3 Winter überstanden und hat gute Triebe ausgebildet. Das Laub ist gesund geblieben, obwohl sie dieses Jahr von einigen Stockrosen stark bedrängt und beschattet wurde.

Jede Blüte fällt in der Farbgebung etwas anders aus. Ich liebe sie und deshalb kriegt sie immer ein Extra-Bussi (Hühnermist)! Dieses Jahr hat sie fast durchgeblüht, zwar immer nur 1 - 3 Blüten, aber immerhin.

Die Rose "Fairy" gibt es in weiß und rosa, die zweite Farbe habe ich, für die erste hätte ich noch gerne einen Platz. Ich habe überlegt, wenn das Paradiestor keinen Weg bekommt, sondern die "Dornröschen-Lösung", dann könnte ich sie mitten in das geöffnete Tor pflanzen.

Daraus ist nun leicht der Schluß zu ziehen, daß ich äußerst glücklich mit meiner kleinen Bodendecker-Rose bin. Sie ist so wandelbar und dabei immer charmant, daß sie zu meinen großen Lieblingen gehört, obwohl sie so kleine Blüten hat.

Sie kann einfach alles, sie klettert in das Quittenbäumchen, streckt sich neben Linaria in die Höhe, oder schmiegt sich am Boden an die kriechende Glockenblume an. Dabei macht sie immer eine gute Figur!

Sie ist dankbar und unkompliziert, blüht immer wieder in großen Blütenbüscheln und hat keinerlei Probleme mit Schädlingen oder übereifrigem Schnitt.

Im Irisbeet stehen drei Rosen. Die Rosa nigrette ist im letzten Spätherbst gepflanzt worden und hat sich für den ersten Blüh-Sommer schon wacker geschlagen. Sie hat zwar zwei kurze Pausen eingelegt, aber schiebt immer noch Knospen nach und hat gesunde Blätter.

Mir gefällt sie sehr gut, und ich bin gespannt, wie sie sich die nächsten Jahre entwickeln wird.

In der Mitte des Iris-Beetes thront die englische Lady "Gertrude Jekyll". Ich habe sie unter diesem Namen gekauft, bin aber nicht sicher, ob sie sortenrein ist? Sie hat eine abenteuerliche Geschichte in meinem Garten durchgemacht.

In meinem Besitz ist sie mindestens schon 12 Jahre. Leider mußte sie ein paarmal umziehen. Sie hat es mir zwar nie übelgenommen, aber so richtig durchstarten konnte sie dadurch auch nicht. Dieses Jahr hat sie wohl verstanden, daß das Nomadenleben für sie vorbei ist und sie an diesem Platz bleiben darf, solange keine Nematoden einen anderen verlangen.

Jedenfalls hat sie sich für eine englische empfindliche Lady sehr bemüht, wenige Blätter verloren und eine ordentliche Nachblüte hingelegt. Wenn sie sich die nächsten Jahre noch entschließen könnte sich einen etwas buschigeren Habitus zuzulegen, dann wäre ich mehr als zufrieden mit ihr.

Die letzte Rose im Irisbeet ist die Rosa sinensis "viridiflora". Viele werden sie nicht schön finden, aber interessant ist sie allemal. Für mich war sie die Überraschung des Jahres.

Ich habe sie erst im Spätherbst letzten Jahres gepflanzt. Trotzdem hat die Gute seit Ende April diesen Jahres bis jetzt ohne jede Pause unermüdlich durchgeblüht. So etwas habe ich bis jetzt noch bei keiner Rose so erlebt.

Die Knospen blühen in verschiedenen Grüntönen auf und je älter die Blüte ist, um so mehr rosa mischt sich in die Blütenblätter.

Meine kleine Freundin in Ahorn-Eck hat sich gegen die sie manchmal arg bedrängende Phlomis gut durchgesetzt. Ich habe so das Gefühl, die beiden sind eine Symbiose eingegangen, Phlomis darf wachsen, Rose darf sich im Windschatten wohlfühlen.

Die Rose ist nun den zweiten Sommer in meinem Garten. Das kleine Chamäleon blüht orange-rosa auf und je weiter sich die Blüte öffnet, umso gelber wird der Farbanteil, mit der blaßgelben Phlomis und dem dunkelroten Fächerahorn sieht das sehr hübsch aus. Sie hat gesunde Blätter und nach Startschwierigkeiten im Pflanzjahr hat sie mich dieses Jahr mit fast durchgehender Blüte überrascht.

Kommentare:

SchneiderHein hat gesagt…

Eigentlich wollte ich jetzt endlich meinen eigenen Rosenpost von gestern fertig machen, aber ein Schlenker über Wurzerls-Garten musste noch drin sein... Gute Idee von mir - einen besseren Tags-Start als mit Deinen Rosen hätte es für mich jetzt gar nicht gegben können!
Schönen Sonntag
Silke

Barbara hat gesagt…

Ja die gute Bonica! Sie ist wirklich zuverlässig, auch wenn sie - wie dieses Jahr von mir - etwas vernachlässigt wurde. Die Fairy ist unverwüstlich! Ich mag sie in allen vier Farben (weiss, rosa, dunkelrosa und rot). Im Frühjahr werden sie ratzfatz runtergeschnitten um dann im Sommer wieder buschig aufzuerstehen! Von ihnen habe ich schon viele Stecklinge gemacht und verschenkt. Deine Delbard Rose ist speziell. Ich finde auch, Delbard hat ganz besondere und schöne Rosen mit wunderbarem Duft. Selbst habe ich keine, bin immer noch auf der Suche nach der Zisterzienser-Rose. Im Moment blühen zu meiner Ueberraschung wieder vereinzelt ein paar Rosenblüten der einmalblühenden Alten Rosen. Dieses Jahr ist in jeder Hinsicht ein etwas spezielles Rosenjahr.
Einen schönen Sonntag und herzlichen Gruss,
Barbara

Wurzerl hat gesagt…

Liebe Barbara, ja, die "Rose des Cisterciens" war meine absolute Lieblingsmaler-Rose, keine hat mich so begeistert, wie sie. Aber auch sie hat mich nach dem 2. Winter verlassen. Wenn Du es versuchen möchtest, wobei ich Dich absolut bestärken will. Hier eine Bezugsadresse von Maler-Rosen.
Baldur (den ich eigentlich nicht empfehle) hat sie für 10.49 Euro neben vielen anderen Delbard-ROsen im Angebot. (Art.Nr.6826) Tel. für Kataloganf.oder Bestellung
01805-1035-11. (Wie gesagt, allgemein empfehle ich die Firma nicht!) Rosenlieferung war soweit ok. LG Wurzerl

Helens Blog hat gesagt…

Hallo Wurzerl,

es ist immer wieder schön bei dir reinzusehen,
habe leider noch nicht so viele Rosen aber heuer einige
Stecklinge gesetzt... wo so einiges am anwurzeln ist.

Hast du überhaupt keine Probleme mit dem Laub...
oder was machst du da!!!

Hier bei uns sind fast alles sehr anfällig und
die Blätter werden alle gelb mit schwarzen Flecken...
meine Edelrosen... leider weiß ich den Namen nicht,
steht noch voll in der Blüte... aber leider fast ohne
Blättern!

Hast du da einen Tipp für mich!!

Wünsche dir einen wunderschönen Sonntag
liebe Grüße Helen

Bella hat gesagt…

Ach ja, die Rosen, sie ärgern mich aiuch oft genug, aber wenn ich dann vor den Blüten stehe, gibt es nur noch Freude und Genuß.
LG Bella

Miyelo hat gesagt…

Danke für diese schönen Bilder und Erklärungen. Ich kann daraus noch viel lernen, habe ja noch kaum Rosen. Ich freue mich auf mehr.
Liebe Grüße
Elke

Wurzerl hat gesagt…

Hallo Helen, ich habe keine Probleme mit dem Rosenlaub. Ganz einfach aus einem Grund, ich pflanze sehr dicht, und genau das mache ich auch bei Rosen. Es sieht oft so aus, als ob sie sehr bedrängt werden, aber ich denke, in Wirklichkeit ist es ein Schutz, bei mir gibt es nämlich null Pflanzenschutzmittel (nur Schnecken werden jedes 2.Jahr bekämpft). Die Rosen, die mal die Blätter verlieren, sind dann in anderen Stauden geborgen und die meisten stehen das ganze Jahr gut da. Man muß nur aufpassen, daß man Stauden zu den Rosen setzt, die auch mal einen Schwups Erde drauf vertragen, weil man ja im Winter anhäufeln muß. LG Wurzerl

Britta hat gesagt…

Hach wenn ich Deine Rosen so sehe werde ich ganz wehmütig....irgendwie riecht und fühlt sich im Moment alles so nach Herbst an. Na ja, hat auch sein gutes, dann geht's drinnen wieder los mit basteln und handarbeiten und Pläne schmieden für's nächste Gartenjahr!

Wünsche einen guten Wochenstart, liebe Grüße, Britta

Margrit hat gesagt…

Ich pflanze auch sehr dicht und trotzdem stehen viele Rosen nackt da. :(
Die Fairy habe ich auch und gerade in diesem Jahr hat sie sehr üppig geblüht. Und treibt schon wieder Knospen.
LG Margrit

sisah hat gesagt…

Je enger die Rosen, desto weniger Rußtau und Co.? Kann ich leider nicht bestätigen...Du scheinst eher einen wunderbaren Rosenstandort zu haben. Beneidenswert. Die Blütenform der letzten Namenlose ist niedlich, und die grüne ist der Knaller. Hatte ich in Sangerhausen schon bewundert, dann aber irgendwo gelesen, dass sie empfindlich sein soll. Inzwischen bin ich vorsichtig geworden...hatte dann dieses Jahr aber einen Rückfall: Jetzt steht die superempfindliche 'Mutabilis' in einem Kübel. Ich dachte, ich hätte die englische Gärten-Nachahmungsphase überstanden. Aber einen Versuch ist´s wert!