Donnerstag, 20. September 2007

Katerchen "Socke" und die Katzenminze

Katerchen "Socke" war krank. Erst hat ihn eine Wespe gestochen, dann hat er sich dummerweise auch noch in seine kleine Pfote geschnitten. Manchmal ist das Leben hart!

Zwei Tage später hat Socke schon eine Karte mit Genesungswünschen von Opa "StreichdieWand" bekommen. Die kleine Mieze auf der Karte gefällt Socke auf Anhieb, aber noch mehr hat es ihm das Stöckchen Katzenminze angetan, ein Geschenk von Dosis Freundin.

Und als Dosi ihm eröffnet, daß es jetzt Zeit wird, das September-Versprechen einzulösen und ihm sein Blumenbeet anzulegen, da ist Socke wieder auf Anhieb fit wie ein Turnschuh. Er rast in den Garten, springt den Steingarten hinauf, auf der anderen Seite wieder hinunter und hat beim "Bergsteigen" mal eben eine Hauswurz und einen Enzian entwurzelt.

Während Dosi noch lacht, und Oma den Schaden schnell behebt, setzt sich Socke in Positur, damit ihm ja nichts auskommt, was da nun passiert. Und schon naht Hase. Hase ist natürlich kein Hase, er hat nicht einmal so lange Ohrlöffel wie ein Hase, er ist Dosis Mann, daher Dosenöffner Nr. 2 und deshalb liebt Socke ihn abgöttisch, auch wenn er nie kapieren wird, warum er Hase heißt und nicht Riese, das würde viiiiiiel besser passen, denkt das Katerchen.

Und schon schwingt Hase die Hacke und die Schaufel und das Beet wird größer und größer. Dosis Freundin Wurzerl, die zufällig vorbeikommt, hat wieder mal etwas zu meckern, das Beet sei zu schmal findet sie. Socke findet das blöd, weil es dann doch noch länger dauert, bis es endlich fertig ist.

Socke sucht dann schon einmal Blumenzwiebeln für das Frühjahr aus, weil er nicht bis in den Sommer warten will, bis etwas blüht.

Das sieht schon mal nicht schlecht aus, viel fehlt nicht mehr, nur der elegante Schwung, der muß noch hinein, meint Wurzerl. Daß die doch nie zufrieden ist?! Eine Plastikfolie liegt schon auf der Terrasse, die wird jetzt den Zaun entlang verlegt, damit nicht die Wurzeln der Unkräuter vom Nachbarn herüberwachsen und ganz hinten vor dem Grill hat sich Socke einen Bambus hingewünscht, weil das nämlich wunderschön raschelt und um das Pflanzloch des Bambus wird der Rest der Folie als Rhizomsperre nahtlos mehrmals herumgewickelt.

Socke prüft schon mal den Schubkarren. Der muß nun die frische Erde an das Beet heranfahren. Hase und Dosi spüren ihre Rückenknöchelchen nämlich schon sehr heftig. Das ist aber nicht Sockes Problem, er grübelt, wie er sich einen guten Überblick als Obergärtner verschaffen könnte.

Da fällt ihm die Leiter ein. Während sein Team das fertig ausgehobene Beet mit Erde füllt, fängt Socke an die Leiter hochzukraxeln. Erst ist es ein etwas unsicheres Tasten, (Leitern sind etwas neues, muß ein Boß aber beherrschen,) die letzten Sprossen geht es schon viel schneller.

Als er auf der letzten Stufe angekommen ist schaut er sich erst einmal triumphierend um. "He", ruft er: "habt Ihr gesehen, wie schnell ich die Karriereleiter erklommen habe"! Als Dosi zurückfragt, wieso Karriereleiter, erklärt das gewitzte Katerchen, der bei Hase genau beobachtet hat, wie sehr ein Gärtner ins Schwitzen kommt, daß er ab heute nicht mehr Gärtner sondern Garten-Architekt ist.
Dann steht er auf dem Dach des Gartenhäuschens, winkt einmal majestätisch zu Oma hinunter, die immer schreckliche Angst hat, daß ihrem Liebling etwas passieren könnte und ruft dann begeistert: "Ihr könnt weitermachen, es ist alles in Ordnung".

Da Socke seinen neuen Job als Architekt sehr ernst nimmt, zieht er sich in die Wohnung zurück, wo er erst einmal eine Rolle mit Papier holt, damit er aufzeichnen kann, wo die Katzenminze gepflanzt werden soll. Das passiert in der berühmten Socke'schen Seitenlage, da kann er nämlich am besten denken.

Dosi, Hase und Wurzerl legen jetzt einen Zahn zu. Sie fangen mit den Sträuchern an, dann werden die Großstauden gesetzt, die kleinen kommen dazwischen und davor und zuletzt werden die Frühlingszwiebeln gesetzt. Eine wunderbar duftende Rose kommt direkt an die Terrasse, damit Dosi daran schnuppern kann. In die Mitte kommen eine rosa Hochstamm-Rose "Fairy", ein blauer Schmetterlingsflieder und dann die weiße Dahlie, die Socke wehmütig an den Admiral erinnert, der längst weitergeflogen ist. Ganz hinten steht dafür sein gewünschter Bambus. Das sind die Gerüstpflanzen des Beetes.

Wurzerl hat dem Architekten erklärt, daß er ein Mixed-Border gepflanzt hätte. Socke weiß zwar nicht, was das ist, aber weil sich das sehr gelehrt und ausländisch anhört, läßt er es gelten.

Das Werk ist fast fertig, aber es wird noch eine Mähkante eingearbeitet, weil Dosi ja nicht so arg viel Zeit hat, den Garten zu pflegen. Hinter der Bambus-Rhizomsperre wird später ein gepflasterter Weg vorbeiführen, der diese Funktion übernimmt.

Unser Socke ist ganz schön geschafft, Garten-Planung, so denkt er, ist genauso anstrengend wie buddeln. Und irgendwie hat er doch recht, allein, wenn man an die große Verantwortung denkt, die so ein Architekt hat.

Die Dahlie blüht immer noch wunderbar. Socke wird die Wurzel kühl und feucht aufbewahren, damit sie nächstes Jahr dem Admiral den Weg zu Socke zeigen kann.

Die Rose öffnet schon wieder eine neue Knospe und duftet so schön, daß alle ganz begeistert herumstehen. Socke hat dafür keine Zeit, er schmiedet schon wieder neue Pläne. Auch wenn Dosi energisch gesagt hat, den Bachlauf gibt es aber erst im nächsten Jahr, der kleine Architekt ist da ganz anderer Meinung. Aber darüber ein andermal mehr.

vorher - nachher!

Kommentare:

SchneiderHein hat gesagt…

Ach, das ist doch wieder ein herrlicher 'Wach-werd-Text' über Socke!
Zuerst hatte ich mich bei der Einleitung zwar auf einen kleinen Kater im jungendlichen Rauschzustand gefreut. Aber dass ein kleiner schwarz weißer Kater - trotz Leine - schon so schnell die Karriere-Leiter erklimmt, und nun schon Garten-Architekt mit großen Plänen für einen Bachlauf ist, ist eine ganz unerwartete Wendung. Ich bin mal gespannt, wie schnell Socke nun doch zu seinem Wasser im Garten kommt. Sein Steingartenhügel und sein neues Grenzbeet hat er jedenfalls schon gut hingekriegt! Aber die Umsetzung seiner weiteren Ideen hängt ja wohl auch von Hase ab, denn ohne seine Ausführungsarbeiten kann ein so kleiner Architekt ja viele großartige Pläne schmieden aber kaum etwas alleine realisieren. Seine Dosi wird der kleine Charmeur sicherlich schnell um die Pfote wickeln, wenn sein Entwurf für einen Bach im Garten fertig ist...
Wir sind gespannt auf mehr
Liebe Grüße Silke & Wolfgang

Miyelo hat gesagt…

Guten Morgen Wurzerl,
das ist wunderschön. Manchmal muss ich über deinen Erzählstil nicht nur schmunzeln sondern herzhaft lachen. Das ist so großartig und die Bilder sind toll wie immer. Socke ist natürlich auch ein perfektes Fotomotiv. Kann man den "Hasen" mit der Hacke eigentlich mal ausleihen? Das wäre so ein Traum von mir *lach*.
Liebe Grüße
Elke

Bella hat gesagt…

Also, wenn ich Deine Socke-Geschichten so lese, bekomme ich direkt auch Lust, nochmal über die Anschaffung eines Katzenwinzlings nachzudenken. Unsere 3 sind ja schon so erwachsen.
LG Bella

Margit hat gesagt…

Mit deinen Socke-Geschichten zauberst du immer ein breites Lächeln in mein Gesicht, Wurzerl, ganz egal, wie's mir grad geht. Danke!
Das Vorher-Nachher-Bild macht schon neugierig auf einen Vergleich, wie das ganze im eingewachsenen Zustand aussieht.
Socke ist einfach ein traumhaft schlaues Kerlchen. Und so hilfreich ;)
Mir geht's ähnlich wie Bella: Wir haben keine Katze, seit wir hier wohnen (dafür Nachbars Katzen im ganzen Garten und Haus). Aber die Lust auf ein eigenes kleines "Söckchen" ist vorhanden - und wenn du uns weiter mit so tollen Socke-Geschichten versorgst, werden vielleicht doch im Frühling zwei "Söckchen" einziehen bei uns...
Liebe Grüße, Margit

Bek hat gesagt…

Wurzerl: Da habt ihr ja gute Arbeit geleistet um das Beet so schoen zu machen. Mir gefaellt der "elegante Schwung" sehr gut. Bei mir sind die Beete immer gerade und dann frage ich mich, warum es nicht so "interessant" aussieht. Anscheinend haette ich Sockes Hilfe gut gebrauchen koennen. Unsere Katzen sind nur Hauskatzen und werden nicht hinausgelassen. Der Bambus sieht auch sehr schoen aus.

Britta hat gesagt…

Herrlich, wenn Du so über Katerchen Socke und seine Erlebnisse als Architekt schreibst. Ich könnte stundenlang weiterlesen, so süss ist das beschrieben. Mehr davon...ich liebe es!
Davon abgesehn ist das Beet wirklich toll geworden. Macht richtig was her.

Noch eine angenehme Restwoche, liebe Grüße, Britta

Margrit hat gesagt…

Socke hat da ja ein richtig schönes Beet geplant. Er ist aber auch ein Süßer. Den Hasen mit der Hacke würde ich mir auch manchmal gerne ausleihen, aber ich denke, Socke wird ihn oft brauchen.
Eine schöne Geschichte.
Viele Grüße
Margrit

Catherine hat gesagt…

Beautiful kitten, & flowers, had a great time viewing your blog. I love your blog title!!

And in your earlier post, the beautiful flower with blue in the center, I am not familar with it..?
But have fallen in love with it, it's gorgeous!!

Catherine

Wurzerl hat gesagt…

Dear Catherine, the blue flower is an artichoke. It is possible to eat the young flower.

Gebrauchsanweisung für Sockes Sippe:
Socke nimmt ab sofort Aufträge als Garten-Architekt an. Honorar pro Ratschlag ein Katzensteckerl.
Dosi wird darauf achten, daß er sich nicht überarbeitet.
Hase kann leider generell nicht ausgeliehen werden. Tröstet Euch, ich habe so etwas praktisches auch nicht im Haus.
Lieben Gruß vom Wurzerl

Birgit hat gesagt…

Ich kann mich hier allen "Vorschreibern" nur anschließen. Die Socke-Storys" sind so niedlich und schön geschrieben, dass auch ich oft lachen muss darüber.

Socke hat echt den Hang zum Star-Architekten. Fangt schon mal an die Referenzen zu schreiben.

LG und ein schönes Wochenende, Birgit

Helens Blog hat gesagt…

Hallo Wurzerl,
dein Post wie immer zauberhaft...
da könnte man Stundenlang weiter lesen...
Die Fotos und das nachher ist wieder mal Erste Sahne!!
Wünsche dir ein schönes erholsames
Wochenende liebe Grüße Helen

Brigitte hat gesagt…

Liebes Wurzerl,

habe deinen Kommentar eben gelesen in meinem blog. Neugierig wie ich bin, habe ich nachgeschaut, und siehe da, Socke sieht aus wie Klein-Winnie mal ausgesehen hat. Falls er je so wird wie Winnie, na, denn prost Mahlzeit, da kannst du was erleben. Bis zu seinem schweren Unfall war Winnie ein Freigänger, ab dann ging er freiwillig (!) an der Leine, er hat überall im Garten Haken und eine lange Leine, außerdem passen wir immer auf. Auf jeden Fall, Winnie's bevorzugte Plätze: hohe Bäume, und der Dachspitz, über den er über den Balkon einstieg, jeden Tag damals. Wir hatten schon immer ein langes Brett, das wir ihm hinhielten, damit er wieder runter kam.
Er ist zudem das größte Schlitzohr aller Zeiten, aber trotzdem sehr lieb, wir möchten ihn wirklich nicht missen.

Viel Spaß mit Socke und außerdem ist dein blog für mich äußerst informativ, schönen Sonntag, Brigitte