Freitag, 24. Juli 2015

EINE GARTENMISCHUNG AUS HARMONIE UND DYNAMIK IM ODENWALD.


Heute möchte  ich Euch gerne den Garten des Ehepaares Bahlo vorstellen. Im vorletzten Post berichtete ich ja über ihr bewundernswertes Engagement im Paeonien-Landgarten Frank. Man möchte denken, damit wären sie mehr als ausgelastet. Aber nun kommt eben noch der eigene Garten dazu und der hat es geländemäßig in sich. Völlig uneben steht das Haus an einem Hangende, im oberen Gartenteil fixiert eine alte Natursteinmauer die Abgrenzung. Der Garten beginnt mit einem schmalen Teil auf Eingangsniveau, der große obere Garten steigt bis zur Mauer hin leicht an. Dann kommt wieder ein schmales Stück, das mit Stufen begangen wird, um in den ebenfalls großen unteren Garten zu gelangen. Raffiniert ist dort mit einer Glasfront vermieden worden, dass man dem Haus diese Kapriolen des Gartengeländes ansieht. Der untere Garten hat dann auch eine leichte Neigung zum Zaun, was die Planung und Errichtung eines Gartenteiches an dieser Stelle sicher nicht erleichtert hat. Aber gehen wir doch einfach ein Stück weit in den Garten hinein. 
Ton in Ton bringt Ruhe in den Garten.

Spätestens wenn man die oft geschickt in die Beete oder am Rand plazierten Hostatöpfe und viele andere Spezies sieht, weiß man, in diesem Garten feiert das "Haben-möcht-Syndrom" fröhliche Urständ! 

 

Papaver orientale 'Beauty of Livermere'
Dieses tolle Insektenhaus hat der Hausherr selber gebaut!
Da ist viel Gespür beim planen und entscheiden erkennbar, etwa welche Pflanzen laufen dürfen, welche sich unterzuordnen haben und dienen sollen und welche, wie die zauberhafte Paeonie unten, ihren Solitärauftritt genießen dürfen.
Paeonia "Bo Peep"
Es gibt wenig Dekoration in diesem Garten, aber hier wurde eine flache Baumscheibe gut sichtbar in den Rahmen gehängt, der gleichzeitig für Rosenrambler und -kletterer Stütze ist. Dekoration hat sich den Pflanzen unterzuordnen, sonst hat sie nichts in diesem unverschnörkelten klaren Gartenbild zu suchen. 
Es würde auch nur von der Vielfalt in diesem Sammlergarten ablenken. Um den Betrachter zur Ruhe zu bringen, gibt es 4 Sitzgruppen im Garten verteilt. Aber auch diese ordnen sich dem Gartenbild unter, dienen sie doch hauptsächlich dazu, dass man zum Beispiel in Ruhe die Paeonie mit der Clematis "Princess Diana" (unten) beim Stelldichein beobachten kann. 

Bei meinem Rundgang habe ich mich oft gefragt, welches wohl die Lieblingsblumen von Christine sind? Stand ich vor den duftenden Rosenschätzen, waren es natürlich diese, sah ich die liebevoll arrangierten Hostatöpfe oder auch die großen ausgepflanzten Exemplare derselben, schwenkte ich schnell um zu diesen. Aber vielleicht sind es doch die Päonien, die ja in großer Menge im Landgarten stehen, aber ein paar natürlich auch hier blühen? Da nun gerade die Taglilienblüte beginnt, viele Gräser sich im leichten Wind schaukeln und in den Schattenecken viele verschiedene Farne und Helleborus sich ausbreiten dürfen, denke ich schließlich: Die Bahlos gärtnern wohl nach dem gleichen Motto, wie einst der berühmte Gartenmeister K. Foerster: die Hauptsache - "es wird durchgeblüht"!
Wege? Gibt es nur ganz wenige, wozu auch, strukturieren und Ruhe in die üppig bepflanzten Beete bekommt man doch mit grünem Rasen genauso. Mit diesem Trick bekommt man das unebene Gelände auch optisch besser in den Griff.

Meconopsis cambrica
Auf der unteren Terrasse drängen die vielen Töpfe und Schalen den Sitzplatz ziemlich in Richtung Hauswand. 
Und da in einem Sammlergarten nie genug Platz ist, muss man halt praktischerweise einen ersten Stock anbauen!
Rosa "Meg"

Treiben es die Pflanzen zu bunt, wird ihnen einfach ein Buxmäuerchen vor die Nase gesetzt. 
Zu den herrlich ruhigen Ecken gehört ganz sicher der Teichbereich. 
 Campanula persicifolia tanzt mit Nepeta einen langsamen Walzer, die Hügellage lädt oft einen leichten Wind in den Garten ein.
Rosa "Leonardo da Vinci"lugt aus den Blättern des Perückenstrauchs.
Falls Ihr Platz nehmen möchtet, um das Licht- und Schattenspiel des Perückenstrauchs zu beobachten, oder an der alten Grenzmauer die liebevollen kleinen Steingartenlieblinge zu bewundern, dann solltet Ihr das jetzt tun, denn unser Spaziergang geht zu nun Ende. 
 Schön, dass Ihr vorbeigeschaut habt, ich wünsche Euch ein wunderschönes Wochenende.

Kommentare:

Aiko macht sich Gedanken hat gesagt…

Hallo liebes Wurzerl, eine Mitreise der besonderen Art - ein solcher Garten bietet - so denke ich - gerade für jemanden, dessen Augen in und über alles blicken und Schönheiten, Besonderheiten aber auch Raffiniertes erkennen. Ein herrlicher Garten und Respekt: Das Bienenhotel ist natürlich auch ein echter Hingucker und eine so wichtige Hilfe für unsere fleissigen Bienen etc.
Wuff und LG
Aiko

Lis hat gesagt…

Ein toller Garten, aber Christine ist halt auch eine Frau mit viel Fachwissen und Pflanzenkenntnissen

LG Lis

Sabine Pecoraro-Schneider hat gesagt…

Wunderschöner Garten von den Beiden...ich hatte es nicht anders erwartet! Schön gemacht, sehr natürlich, aber gekonnt arrangiert!
Liebe Grüße
Sabine

SchneiderHein hat gesagt…

Liebe Renate,
das war ein wunderschöner Spaziergang durch einen wirklich faszinierenden Garten! Mit so einem virtuellen Spaziergang lässt sich die Wartezeit jedenfalls prima verbringen, bis unser Garten wieder vom Wind & der Sonne getrocknet ist ;-)
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende
LG Silke

Christine Meile hat gesagt…

Wieder ein wunderschöner Bericht, liebe Renate, über einen ganz wunderbaren Garten einer Pflanzenenthusiastin, nämlich Christine Balo. Ja, eigentlich erwartet man so einen gekonnt gestalteten mit besonderen Pflanzen ausgestatteten Garten bei ihr.
Liebe Grüße
Christine Meile

Gudi hat gesagt…

Grüß Gott, liebe Renate.
Von mir aus hätte der Spaziergang durch diesen faszinierenden Garten noch viel länger dauern können.
Wunderbar, was du alles entdeckt und mit passenden Worten beschrieben hast.
GLG und auch dir ein schönes Wochenende wünscht
Gudi

Gartentraum hat gesagt…

DANKE Renate, was DU da gezaubert hast!
Ich wusste gar nicht, dass am Tag deines Besuchs so viel zu entdecken war. Mir wurde die Natur mit in die Wiese gelegt, als Rhönkind wuchs ich mit den schönsten bunten Wiesen auf und so faszinierten mich Blumen und Blüten von klein auf.
Bunte Rhönwiesen sind das Vorbild für meinen Garten - natürlich wachsen bei mir ganz andere Pflanzen, da ich heute in einer anderen Region lebe. Für mich ist wichtig, dass ich mich "zuhause" fühle, wenn ich meinen Garten aus dem Haus heraus betrete.
Liebe Renate, genau das hast du erkannt und mit deiner Kamera eingefangen.

Danke ALLEN für die lieben Kommentare.

Xenia vom berlingarten hat gesagt…

Oh wie schön, einmal durch Christine Reich schlendern zu dürfen (und das ihrer besseren Hälfte natürlich).

Hut ab - tolle Motive und tolle Aufnahmen!

Beste Grüße
Xenia