Samstag, 27. September 2014

BOTANISCHE PERLEN ZWISCHEN FREISING UND ERDING TEIL II

Heute stelle ich Euch einen Garten vor, den ich als exotischen Waldgarten bezeichnen würde. Daß der Gartenbesitzer ein Arboretum-Liebhaber ist und sich Bäume für ihn nicht auf einen obligatorischen "Hausbaum" beschränken müssen, liegt sicher auch am riesigen Hang-Grundstück, in dem der Gärtner eine auch in Kennerkreisen vielbeachtete Baumsammlung gefällig im Gelände gruppiert hat und immer noch eifrig "weitersammelt. 


Kommt doch einfach mit in das Gelände, Ihr seht am ersten Bild, daß trotz der Aufnahmen im Spätsommer, doch schon ein Herbstaspekt bei vielen Bäumen und Stauden ersichtlich ist. 

Nahe am Haus stehen empfindliche Kostbarkeiten, Wollemia, Granatapfel, u.a. in Kübeln draußen und Dombeya, aber auch große Stanhopea-Orchideen-Buschen u.a. im Glasanbau.

Geschickt wurde neben der Terrasse ein ruhiges "grün" ummauertes Parterre gestaltet, mit ein paar Hortensien als Eye-Catcher, um einen sanften Übergang in die sehr natürlich gestaltete Baum-Landschaft zu bekommen.

Dort finden sich nicht nur wunderschöne Bäume und Sträucher, sondern auch Urlaubs-Mitbringsel, wie dieser Brunnen aus einer türkischen Moschee, der so vor der Zerstörung gerettet wurde und nun munter weiter in Bayern plätschern darf. Unaufdringlich fügt er sich in den Garten ein, wie übrigens jede Dekoration, auch wenn sie eine noch so weite Reise hinter sich hat. Der Brunnen deutet übrigens schon auf den beginnenden Wassergarten hin, der sich dem Betrachter auf der anderen Wegseite anbietet. 
Der Teich wirkt so, als wäre er schon seit ewigen Zeiten in diesen Gefilden.

Der Frosch passt auf, daß die natürliche Teichfauna, vor allem Molche, nicht gestört wird. 

Licht und Schatten spielen im Duett und gestalten wunderschöne Naturkulissen. 
 
Einladend ist die Türe geöffnet, um in diesem gemütlichen Pavillon Platz zu nehmen. 
 
Die Früchte der Kornelkirsche hängen direkt vor dem Mund in Augenhöhe, aber es ist zu früh, der echte Gourmet wartet, bis die Früchte abfallen, dann sind sie reif. 
 
Die Rispenhortensien haben im Spätsommer ihren großen Auftritt. Die großen Blütenrispen hellen auch dunklere Bereiche auf. 
 
Für unsere Gräserfreunde scheint sich der Bambus hier angesiedelt zu haben.
 
 Wieviele verschiedene Grüntöne es gibt, sieht man besonders deutlich in einem Baumgarten.
Das Herbst-Alpenveilchen, Cyclamen hederifolium alba, leuchtet aus einer Schattenecke heraus. 

Überall finden sich seltene Bäume, die man in Bayern kaum findet, die hier oft nur in einem günstigen Kleinklima gedeihen.

Der Herbst hat schon einen ersten Farbtopf im Garten ausgeleert. 
 
Die Päonien erröten genauso, wie so manches Baumblatt. 
 
Die zarte Wildstaude Erigeron annua schwebt wie eine Wolke am Rand der unteren Wiese. 
 
Die Steinbank mit der "grünen" Rückenlehne gibt den Blick frei über die Wiese hinweg. 
 
Der Blick bleibt erst bei einem Grasring hängen und schweift weiter durch zwei Widder-Sphinxen hindurch bis zu einer angedeuteten Pyramide, die gerade von wildem Wein erobert wird.

Im Zentrum der Pyramide steht ein Katzenkopf am Boden. Nein, nicht irgendeiner, es ist natürlich die ägyptische Katzengottheit "Bastet", die Tochter des Sonnengottes Re, die in alten Zeiten für die "Fruchtbarkeit" zuständig war.

Sehen die Äpfel nicht zum Anbeißen aus? Fragt mich aber bitte nicht, ob das nun der fürsorglichen Hand des Gärtners oder Bastet zuzuschreiben ist. 
 
 

Auf jeden Fall ist das ein Garten, in dem man "bleiben" möchte, natürlich, harmonisch und wie selbstverständlich in der umgebenden Landschaft aufgehend. Solche Gärten liebe ich besonders.

Kommentare:

Kiki hat gesagt…

Hallo Wurzel,
ich habe jetzt erst gelesen, dass du nicht auf mein Blog gekommen bist. Ich habe jetzt mal "rumgefummelt" und hoffe, es klappt wieder. Ich weiß auch nicht, warum das nicht ging bei dir. Probiere es mal bitte.
Liebe Grüße und einen schönen sonntag,
Kiki

Naturwanderer hat gesagt…

Hallo Wurzel,
da hast du ja wieder einen tollen Garten entdeckt und ihn uns, wie immer, wunderbar gezeigt. Ich staune sowieso immer, wieviel Grünes es in München gibt. Neulich waren wir kurz in München und sind etwas länger im Englischen Garten gewandert, das Wetter hatte mitgespielt. Vielleicht klappt es doch noch mal mit einem Treffen.
Bis dann liebe Grüße von Edith

Kiki hat gesagt…

Liebes Wurzerl,
das habe ich beim letzten Besuch ganz vergessen: deine Gartenfotos sind wieder einmal ein Gedicht. Es muss ein herrlicher Garten gewesen sein.
Liebe Grüße und ein sonniges Wochenende,
Kiki

Margit hat gesagt…

Liebe Renate,
der Garten ist ja "urgemütlich" und trotzdem so spannend angelegt. Einfach schön! Du bist wohl viel unterwegs, wenn ich mir die letzten Beiträge so anschaue!? Aber gut so, auf diese Weise komme ich auch ein wenig herum!
Übrigens: Mein Blog ist umgezogen, wäre nett, wenn du ihn in deiner Linkliste aktualisierst: www.wachsenundwerden.at
Herzliche Grüße,
Margit